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Autor Thema: Für die Intellektuellen Leser  (Gelesen 12677 mal)
charly5
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« am: 15. April 2010 um 19:15:53 »



          Gedicht
der Woche

Dann, wenn Du gehst, scheinst Du mir nie gewesen.
Ich finde mich, wie der vom Traum erwacht,
Versehnt nach einer nächsten tiefern Nacht,
Zur alten Lüge lächelnd zu genesen.
Dann, wenn Du kommst, weiß ich mich nicht erhalten
Je ohne Dich, Du Herz der toten Welt:
Du Brand, vor dessen Glut mich das Erkalten,
Dem ich entrann, erinnernd überfällt
- So schwank ich, willig immer zu verlachen
er frühern Stunde Armut;
find ich mich Zwischen Phantomen taumelnd;
in den Rachen Gleit ich der Zeit, unwissend:
liebt ich Dich Eben im Traum, eben im Traum-Erwachen?
Dies nur: ich tats, blieb unabänderlich.


                                                                Tongue Tongue Tongue
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Jerry_Cotton
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« Antworten #1 am: 17. April 2010 um 13:40:08 »

Also wirklich, Charly, wo hast Du denn dieses Gedicht her?
Aus der Anthologie: "Delirium tremens oder Wie ich lernte, weiße Mäuse zu zählen"? *loool*
Den Verfasser bist Du uns leider auch schuldig geblieben, - sehr nachlässig *gg*
Etwas passendes zu diesem Thema hab ich jedenfalls auch gefunden, und zwar möchte ich den großartigen Ernst Jandl mit einem seiner genialen Gedichte zu Wort kommen lassen, es heißt "Die Zeit vergeht" und das hört sich so an (es liest der Autor selbst) .....

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charly5
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« Antworten #2 am: 17. April 2010 um 16:59:53 »


Hallo Jerry

Tja, was soll ich dazu sagen,um es mit höflichen Worten auszudrücken:wahrscheinlich bist du nicht intellektuell genug ,sonst würdest du den Sinn dieses Gedichtes verstehen."gg"

Was den Autor betrifft,der wurde leider nicht angeführt,aber du kannst ja Paulinchen fragen,sie meint das sie Ihn kennt.


PS:du darfst auch gerne wieder einmal in den Chat kommen.
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Paulinchen_
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« Antworten #3 am: 18. April 2010 um 22:33:52 »

                            


Also wirklich, Charly, wo hast Du denn dieses Gedicht her?
Aus der Anthologie: "Delirium tremens oder Wie ich lernte, weiße Mäuse zu zählen"? *loool*
Den Verfasser bist Du uns leider auch schuldig geblieben, - sehr nachlässig *gg*
Etwas passendes zu diesem Thema hab ich jedenfalls auch gefunden, und zwar möchte ich den großartigen Ernst Jandl mit einem seiner genialen Gedichte zu Wort kommen lassen, es heißt "Die Zeit vergeht" und das hört sich so an (es liest der Autor selbst) .....



                                Ist das Li-li-li-te-te-te-te-ra-ra-ra-ra-ra-tur?  
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superkalifragili
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Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.


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« Antworten #4 am: 19. April 2010 um 16:25:11 »

Dichterin: Maria Luise Weissmann (1899-1929) "Dann, wenn du gehst..."
Quelle: deutsche-liebeslyrik.de
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charly5
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« Antworten #5 am: 19. April 2010 um 17:21:54 »




                             Danke Kali
                                                 
                                          Tongue Tongue
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charly5
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« Antworten #6 am: 19. April 2010 um 20:22:19 »


Dafür gibts gleich eine Draufgabe

                                            
                                                        
       KAKTEEN


          

Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,
Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,
In einer rätselhaft verbißnen Fron
Der Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze,

Sie gleichen Birnen, mißgebornen Köpfen,
Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:
Verfeindet so dem Außen, daß in Schöpfen
Stacheln aufstehn um sie wie eine Wand,

Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,
Prophet und Gott, ihr selbstbeseßnes Ich,
Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,
Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich.

Maria Luise Weissmann (1899-1929)
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Paulinchen_
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« Antworten #7 am: 20. April 2010 um 22:18:32 »

                  
                    Der rotorange blühende Kaktus im Topf ist aber sehr eigenwillig dargestellt...
                                        
                                            
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charly5
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« Antworten #8 am: 21. April 2010 um 17:41:18 »



                                   Die Katzen
 
Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,                                 
Und ihre Leiber fließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.
 
Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,                         
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.
 
Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,
Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen.
                               


                                  Maria Luise    Weissmann
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Jerry_Cotton
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« Antworten #9 am: 21. April 2010 um 23:42:28 »

Diesen Beitrag widme ich Paulinchen,
mit ihr hab ich neulich über einen Text von Reinhard Mey gesprochen,
nur leider war mir der Titel des Chansons nicht eingefallen (und es passt auch recht gut in diesen Thread,
weil dadurch wird die Frau Weissmann ein wenig ... wie nenn' ich das immer? ahja, "konterkariert")  *ggg*

"Poor Old Germany"
von Reinhard Mey

Auf den Müll, Ihr Bücher! Die ihr lang schon nicht mehr "up to date",
dick und deutsch im Bücherschrank hier
zwischen meinen Paperbacks steht!
Deine Räuber sind längst Killer, Wilhelm Tell greift zur MP.
Sorry for you, Freddy Schiller,
Sorry, poor old Germany!

Auch der Götz hat nachgelassen, wenn der heute flucht und schwört,
Bringt er's nur noch zu 'nem blassen ordinär'n "four-letter word".
Werther ersäuft seine Nöte, Faust sitzt in der Psychiatrie.
Sorry for you, Johnny Goethe,
Sorry, poor old Germany!

Mann, könntest Du die Urenkel
des Ribbek auf Ribbek im Havelland seh'n! Da öffnen sich Dir die Senkel!
Mein lieber Theo Fontane!
Ribbeks Birnbaum ist längst Asche,
und der gutmüt'ge einst'ge Kinderfreund füllt als Dealer sich die Tasche:
"Come here, Baby! Willst 'n Joint?"

Weiß nicht, was soll es bedeuten,
Deine Worte sterben aus, sind nicht mehr in bei den Leuten,
Jetzt spricht alles wie die Mickymaus.
Loreley rettet alleine
Haar-Spray-Werbung im TV.
Sorry for you, Henry Heine,
Sorry, poor old Germany!

Schade für uns, wie ich meine.
Sorry, dear old Germany!
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Jerry_Cotton
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« Antworten #10 am: 22. April 2010 um 22:59:22 »

"Poor Old Germany" von Reinhard Mey

<a href="http://www.youtube.com/v/JEqyYK98rR4&rel=1" target="_blank">http://www.youtube.com/v/JEqyYK98rR4&rel=1</a>
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Jerry_Cotton
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« Antworten #11 am: 26. April 2010 um 14:31:28 »

Der Komiker

Ein Komiker von erstem Rang
Ging eine Straße links entlang.
Die Leute sagten rings umher
Hindeutend: Das ist der und der!
Der Komiker fuhr aus der Haut
Nach Haus und würgte seine Braut.
Nicht etwa wie von ungefähr,
Nein ernst, als ob das komisch wär.



Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.


Beide Gedichte sind von Joachim Ringelnatz  (1883 - 1934)
Was dachtet ihr denn?
Vom Jandl? Nein, sücha nücht  *lol*
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Paulinchen_
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« Antworten #12 am: 06. Mai 2010 um 22:41:17 »

Otto Schenk
(zitiert ein vermeintliches Ringelnatz-Gedicht)

"War einmal ein Straßenhuhn
hatte nicht sehr viel zu tun
Straßenhuhn ging ein Stück
kam nicht mehr zurück
Publikum war viel zu dumm
wartete auf Straßenhuhn."
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charly5
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« Antworten #13 am: 22. November 2010 um 12:02:52 »


            Es treibt der Wind im Winterwalde
                                             die Flockenherde wie ein Hirt
                                           und manche Tanne ahnt,wie bald
                                              sie fromm und lichterheilig wird;
                                            und lauscht hinaus.Den weißen Wegen
                                               streckt sie die Zweige hin-bereit,
                                             und wehrt dem Wind und wächst entgegen
                                             der einen Nacht der Herrlichkeit.


  PS.an Jerry
           damit du nicht wieder beim Suchen nach dem Autor überfordert wirst:
            das ist von Rainer Maria Rilke (1875-1926)
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Jerry_Cotton
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« Antworten #14 am: 22. November 2010 um 13:09:30 »

Die "Suche nach Autoren", sehr geehrter Mister Charles, war einst Bestandteil meines Berufes, und das zu Zeiten, als man zu diesem Behufe noch dicke Kataloge zu wälzen hatte und vor allem wissen musste, wo man nachschauen muss.
Heute reicht es, z.B. den Titel eines Werkes (im vorliegenden Fall eines Gedichtes) in eine Internet-Suchmaschine einzutippen und sofort hat man den Autor ....
Deinen dezenten Hinweis auf geistige "Überforderung" meinerseits kann ich daher nur als eine Deiner kleinen Sticheleien werten, die mir im übrigen bereits abgegangen sind *sfg*.

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