Ein Lied geht um die Welt

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Leeroy:
Stille Nacht, Heilige Nacht


Der Texter:

Joseph Franz Mohr (11.12.1792 - 04.12.1848) wurde als uneheliches Kind in der Stadt Salzburg geboren und lebte 1794 dort im Haus Steingasse Nr. 31. Er wurde am 21.08.1815, nach Bestätigung durch den Papst (uneheliche Kinder benötigten damals eine Ausnahmegenehmigung), zum Priester geweiht.
August 1817 kam Mohr nach Oberndorf bei Salzburg um den Pfarrprovisor bei dessen Arbeit zu unterstützen. Im September 1819 verließ Mohr den Ort wieder. Ab 1832 arbeitete Mohr in Wagrain. Hier verstarb er vor 150 Jahren, am 4. Dezember 1848 an Lungenlähmung.

 
Der Komponist:

Franz Xaver Gruber (25.11.1787 - 07.06.1863) wurde in Hochburg geboren. Er übte den Beruf des Lehrers aus. Aus drei Ehen gingen 12 Kinder hervor. Gruber wohnte in Arnsdorf, 3 km von Oberndorf entfernt.


Die Entstehung:

Viele Legenden ranken sich um die Entstehung des Liedes.
Die Forschung neigt heute zu der Ansicht, dass der als sehr volksnahe beschriebene junge Priester Joseph Mohr der Bevölkerung von Oberndorf (meist arme Schiffer, die vom Salztransport auf der Salzach lebten und im Winter arbeitslos waren) zu Weihnachten ein Lied geben wollte, das Sie verstehen - daher in deutscher Sprache. Die Kirchenliturgie war zu Mohr´s Zeit lateinisch und für die Schiffleute unverständlich.
Den Text schrieb Mohr 1816 in Mariapfarr. Die Melodie komponierte Gruber 1818.
Man nimmt an, dass das Lied nach der Mette am 24. Dezember 1818 vor der Krippe von Gruber und Mohr vorgetragen wurde. Die Liedbegleitung mit der Gitarre ist auch damit zu erklären, dass Mohr dieses Lied auch vom Musikinstrument der lateinischen Liturgie - der Kirchenorgel - absetzen wollte.
Der Liedtexter Joseph Mohr verließ Oberndorf im Herbst 1819. Er wurde an einen anderen Ort im Bundesland Salzburg versetzt. Franz Xaver Gruber blieb noch bis in die 1820er Jahre.


Ein Lied geht um die Welt:

Dem Zillertaler Orgelbaumeister Karl Mauracher, der 1825 in der St. Niklaus-Kirche eine neue Orgel installierte, verdankt das Weihnachtslied seine Bekanntheit.
Vom Zillertal aus trugen das Lied die Sängerfamilien Rainer und Strasser in die ganze Welt. Bereits zur Jahrhundertwende war „Stille Nacht!" auf allen Kontinenten verbreitet.


Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab im lockigen Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb´ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Jesus, in deiner Geburt!
Jesus, in deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höhn
Uns der Gnaden Fülle läßt seh´n
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt,
Jesus die Völker der Welt.

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kund gemacht
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Jesus, der Retter ist da!
Jesus, der Retter ist da!


 

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